Arbeiten im Ausland – Erste Schritte



Es beschäftigen sich weit mehr Menschen mit dem Gedanken auszuwandern und eine Stelle im Ausland zu suchen, als es dann letztendlich auch tun. Oft sind es erste Auslandserfahrungen durch Praktikum, Studium oder Working Holiday, die dazu anregen über das Arbeiten im Ausland nachzudenken. Andere beschäftigen sich mit dem Gedanken nachdem sich die persönliche Situation durch Arbeit, Scheidung oder Kinder grundlegend geändert hat. Auch nach dem Tod der Eltern oder Großeltern fühlt sich so mancher von Verpflichtungen entbunden und denkt darüber nach den Neustart im Ausland zu wagen.

Die meisten werden eine wage Vorstellung vom Ziel haben, oft ist es ein ehemaliger Studien- oder Urlaubsort, oder Freunde und Verwandte leben bereits im Ausland. Für alle stellt sich aber irgendwann die Frage: Wo fange ich an?

Bei der Wahl des Ziels sind meist Sprachkenntnisse ausschlaggebend. Obwohl diverse Fernsehsendungen immer wieder Familien zeigen, die sich ohne Sprachkenntnisse auf den Weg machen, sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein, dass die beruflichen Möglichkeiten im Ausland ohne sehr gute Sprachkenntnisse ziemlich eingeschränkt sind.

Steht das Zielland einmal fest, ist es sinnvoll auch Alternativen, die eine ähnliche Umgebung und Kultur haben, in Betracht zu ziehen. Wer in die USA möchte, sollte vielleicht auch Kanada in Betracht ziehen, und wer gern in Irland arbeiten möchte, wird unter Umständen auch in Skandinavien glücklich.

Stehen das Wunschziel und mögliche Alternativen einmal fest, muss recherchiert werden, welche Optionen der Einwanderung es gibt. Die Websites der Einwanderungsbehörden und Botschaften bieten hierzu ausreichend Informationen: Oft gibt es auch mehrere Optionen, wie die Beantragung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung oder das Sponsorship durch Arbeitgeber oder den Staat.

Besteht prinzipiell die Möglichkeit ein Visum für das Zielland zu erhalten, sollte man einen genaueren Blick auf den Arbeitsmarkt des Ziels werfen. Die Ämter für Statistik in den jeweiligen Staaten veröffentlichen monatlich die Arbeitslosenzahlen und die Anzahl der offenen Stellen. Die absoluten Zahlen des aktuellen Monats sind dabei aber nicht so interessant wie der Verlauf in den letzten 12 Monaten. Ist die Zahl der offenen Stellen gestiegen? Ist die Arbeitslosenzahl gesunken? Bei schlechten Arbeitsmarktdaten, sollte man sich auf eine längere Stellensuche einstellen und die ersten Wochen vielleicht eher dazu nutzen Kontakte zu knüpfen, über die man dann eine Stelle bekommen kann, sobald Konjunktur und Arbeitsmarkt wieder anziehen.

Online Job-Suchmaschinen können dazu genutzt werden einen Überblick über die eigene Branche zu bekommen. Wer sind die Unternehmen, die vermehrt einstellen? Welche Unternehmen haben offene Managementstellen, die auf eine Expansion und Wachstum hinweisen?

Die deutschen Außenhandelskammern haben in der Regel Mitgliederlisten deutscher Unternehmen, die unter Umständen deutschsprachiges Personal benötigen. Die Newsletter der Kammern sind oftmals auch gute Quellen zur aktuellen Wirtschaftslage.

Nachdem die Liste möglicher Ziele und Visa-Optionen feststeht und der gegenwärtige Arbeitsmarkt bewertet ist, gilt es eine Einwanderungsstrategie zu entwerfen, die sich aus verschiedenen Fragen ergibt, letztendlich aber auf zwei Szenarien hinausläuft: Entweder man sucht einen Job aus dem Heimatland heraus und reist erst ab, wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist, oder man reist ohne Job ab und beginnt vor Ort mit der Arbeitssuche. Arbeiten im Ausland, und insbesondere die Arbeitssuche, verlangt oftmals auch eine erhöhte Risikobereitschaft.

Beide Szenarien haben Vor- und Nachteile und sind nicht für jeden geeignet. Alleinstehende oder Paare ohne Kinder, mit finanziellen Reserven, um einige Zeit ohne Job auszukommen, entscheiden sich meist dazu, auf gut Glück ins Zielland zu reisen und vor Ort mit der Jobsuche zu beginnen. Zwar sind Kosten, falls man scheitert, hoch, jedoch sind auch die Chancen vor Ort einen Job zu finden höher, als bei einer Telefonbewerbung aus der Heimat.

Wer dagegen Familie hat, ist in der Regel nicht bereit das Risiko einzugehen und wird erst auf die Zusage einer festen Stelle warten, bevor die Koffer gepackt werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass der neue Arbeitgeber Flug- und Umzugskosten übernimmt und bei der Suche nach einer Unterkunft hilft.

Die Stellensuche aus der Heimat heraus ist jedoch oft ein langwieriger Prozess, der nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt sein wird. Oft vergeht ein Jahr oder mehr Zeit, bis man eine Stellenzusage erhält.

Kategorien: Auswandern, Jobsuche

1 Kommentar

  • Markus K sagt:

    Ja, arbeiten im Ausland, das wollte ich auch einmal. Ich habe vor knapp zwei jahren versucht mit IT Background eine Stelle in den USA oder kanada zu finden. Ich wollte aber auch nicht weg, bevor ich eine Zusage hatte, das war mir dann doch zu riskant. Hat leider, leider nicht geklappt, aber wenn ich das hier alles so lese, sollte ich das Projekt „Auslandsaufenthalt“ glaube ich nochmal in Angriff nehmen…

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