Was Amazon uns lehrt

Die „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ Dokumentation der ARD bietet Einblicke in die Lebenswelt der ausländischen Leiharbeiter bei dem Versandhändler und ist nebenbei ein Lehrstück darin, wie man die Arbeitssuche im Ausland nicht gestalten sollte.

Der Beitrag sollte allen eine Warnung sein, bei der Jobsuche im Ausland nicht allzu blauäugig vorzugehen und trotz scheinbar guten Stellenangeboten nicht den gesunden Menschenverstand über Bord zu werfen.

Es ist ja auch verständlich. Da sucht man vergeblich seit Monaten eine Stelle im Wunschland und bekommt schließlich ein Angebot von einem großem, globalen Unternehmen, das dringend Personal für einige Monate benötigt. Die ARD Dokumentation veranschaulicht jedoch, warum man nichts überstürzen sollte. Drei Fehler, die es zu vermeiden gilt:

Erstens: Der großen Marke vertrauen. Man glaubt die zweifelhaften Arbeitsangebote zu schlechten Konditionen eher in den kleinen Betrieben zu finden, die auf schnelles Geld aus sind und sich wenig um ihre Reputation scheren müssen. Der Fall Amazon zeigt jedoch, dass man auch den großen Namen der Konzernwelt nicht blind vertrauen sollte, wenn es um den Arbeitsvertrag und die Konditionen geht. Neben all der Zeit, die man mit der Stellensuche verbringt, empfiehlt es sich auch einen Blick in das Arbeitsrecht des Ziellandes zu werfen, besonders wenn man Zweifel am Vertrag hat.


Zweitens: Nicht ohne unterschriebenen Arbeitsvertrag abreisen. Wessen Strategie es ist, erst eine Stelle zu finden und dann auszureisen, sollte sich nicht darauf einlassen, den Vertrag erst vor Ort zu unterschreiben. Laut ARD wurden Amazon Leiharbeiter mit Versprechungen nach Deutschland gelockt, die dann nicht gehalten wurden. Wäre der Arbeitsvertrag schon zu Hause unterschrieben gewesen, hätte sich so mancher vermutlich eine lange Reise und jede Menge Ärger erspart.

Drittens: Keinen Vertrag unterschreiben, den man nicht lesen kann. Der gesunde Menschenverstand sollte es eigentlich verbieten, aber anscheinend haben Amazon Leiharbeiter Arbeitsverträge auf Deutsch unterschrieben, ohne sie lesen zu können. Die Verlockung auf eine Stelle im Ausland kann wohl so groß sein, dass Verträge blind unterschrieben werden. Die Faustregel für jeden Arbeitssuchenden hier sollte jedoch sein, niemals einen Vertrag zu unterschreiben, ohne den Inhalt zu kennen. Eingehalten werden muss der Vertrag nämlich trotzdem.

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