Auslandspraktikum: Der internationale Karriereturbo

Auslandspraktikum in Hong Kong

Auslandspraktikum in Hong Kong

Ein Auslandsstudium und Auslandspraktikum erhöht die Wahrscheinlichkeit später einmal beruflich im Ausland zu arbeiten deutlich. Einer neuen Studie der Hochschul Informations System GmbH (HIS) nach, waren Absolventen des Jahrgangs 2005, die während des Studiums Auslandserfahrung gesammelt haben, nach fünf Jahren drei Mal so häufig beruflich im Ausland tätig wie Studenten ohne Auslandserfahrung.

Fast ein Drittel aller Absolventen (31%) aus dem Jahr 2005 waren während ihres Studiums für mehr als drei Monate im Ausland. Der Anteil dürfte heute sogar noch etwas höher liegen. Meist wird im Ausland zeitweise studiert oder ein Auslandspraktikum gemacht. Nur wenige Studenten gingen für einen reinen Sprachkurs ins Ausland. Studiengänge mit vergleichsweise vielen Studenten, die im Ausland studierten, sind Humanmedizin, Geisteswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften. Humanmediziner nutzten den Aufenthalt vor allem für ein Praktikum, während Geistes- und Wirtschaftswissenschaftler in der Regel im Ausland studierten. Der hohe Anteil der Geisteswissenschaftler kommt dadurch zustande, dass Studenten in sprachwissenschaftlichen Studiengängen ihren Auslandsaufenthalt in Ländern machten, in denen die studierte Sprache gesprochen wurde.

Studenten in Studiengängen, die stark vom deutschen Beschäftigungssystem geprägt sind (wie zum Beispiel Sozialwesen, Psychologie, Pädagogik), waren unterdurchschnittlich auslandsmobil. Berufliche Tätigkeiten in diesen Bereichen setzen oft gute Kenntnisse des deutschen Sozial- und Gesundheitssystems voraus, sodass Auslandserfahrung nicht gefordert wird und für Studenten kein Anreiz für einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt besteht.

Insgesamt sind aber fünf Jahre nach Studienabschluss nur relativ wenig Absolventen im Ausland beschäftigt. Lediglich jeder zwanzigste Absolvent geht einer Tätigkeit im Ausland nach. Bei Absolventen der Mathematik und Naturwissenschaften ist der Anteil der im Ausland Erwerbstätigen am Höchsten. Am seltensten verdienen Juristen und Lehrer ihr Geld im Ausland, da das Studium sehr auf das deutsche Rechts- und Schulsystem hin ausgelegt ist und Fachkenntnisse im Ausland nicht angewendet werden können.

Wer allerdings im Ausland tätig ist, der hat mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits im Studium Auslandserfahrung gesammelt. 64% aller deutschen Absolventen, die beruflich im Ausland arbeiten, war bereits während des Studiums auslandsmobil. Das während des Studiums besuchte Land ist dann häufig auch das Land der späteren Erwerbstätigkeit: Wer als Absolvent im Ausland arbeitet hat mit 46%iger Wahrscheinlichkeit bereits im gleichen Land studiert, oder mit 85%iger Wahrscheinlichkeit im gleichen Land ein Auslandspraktikum gemacht. Anscheinend sind die im Auslandspraktikum erworbenen Kontakte und Kenntnisse später besser für den Beruf nutzbar, als Studienkenntnisse.

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums macht sich auch im Einkommen bemerkbar. Besonders Studenten der Wirtschafts- und Geisteswissenschaften, Ingenieure und Informatiker haben mit Auslandserfahrung nach dem Abschluss deutlich höhere Einkommen, als Absolventen ohne Auslandserfahrung.

Junge Menschen, die den Wunsch haben einmal im Ausland tätig zu sein, sind also gut beraten sich an der Statistik zu orientieren und bereits die Studienfachwahl entsprechend zu planen. Wer eine internationale Karriere plant sollte einen Studiengang wählen, der auch im Ausland relevant ist, möglichst ein Semester im Wunschland studieren und am besten noch ein Auslandspraktikum im gleichen Land machen.

Bildquelle: Michael Lemke  / pixelio.de

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