‚Objective‘ im englischen Lebenslauf: Gehört es dazu?


Ein großer stilistischer Unterschied zwischen einem englischen und deutschen Lebenslauf liegt gleich am Anfang des Dokuments: Englische Resumes beginnen oft mit einem „Objective“ oder „Career Objective“.

Das Objective ist meist ein kurzer Zweizeiler, der noch vor dem beruflichen Werdegang in den Lebenslauf eingefügt wird und den Leser kurz und bündig darauf hinweisen soll, welche Position mit der Bewerbung angestrebt wird und warum der Bewerber besonders geeignet für die angebotene Stelle ist.

Ein Resume Objective wird in englischsprachigen Ländern unterschiedlich stark genutzt. Während es in den USA und Kanada standardmäßig zum Lebenslauf gehört, geht es in Australien und Neuseeland auch ohne. Personaler und Bewerber sind sich aber in allen Ländern uneinig über den Sinn und Nutzen des Objectives. Einige Arbeitergeber bevorzugen Lebensläufe mit Objective, da es ihnen gerade bei vielen Bewerbern die Sichtung der Bewerbungsunterlagen erleichtert, andere wiederrum halten das Objective für eine reine Floskel ohne Mehrwert für die Bewerbung.

Für Bewerber aus dem Ausland ist es oft schwierig einzuschätzen, ob ein Resume Objective mit in den Lebenslauf eingefügt werden soll oder nicht. Generell gilt, dass man sich bei einer Bewerbung in Nordamerika oder in großen und konservativen Unternehmen eher dazu entschließen sollte ein Objective zu verwenden. Hat man ein gut formuliertes und aussagekräftiges Objective gefunden, das auch gut zu der angebotenen Stelle passt, sollte man es auch in Ozeanien und bei kleineren Unternehmen nutzen.
Wichtig ist vor allem, dass das Resume Objective zu der freien Stelle passt. Während man den Lebenslauf ohnehin auf jeden Arbeitgeber maßschneidern sollte, gilt diese Regel besonders für das Objective. Das Objective ist auch der einzige Platz im Lebenslauf in dem der Name des Arbeitgebers auftauchen darf.

Findet man keine gute Formulierung für das Objective, kann man es eher weglassen. Schlimmer als gar kein Objective im Lebenslauf ist eine schwammige und floskelhafte Standardformulierung. Schlechte Beispiele sind zum Beispiel folgende Formulierungen, die nicht auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten sind und keine Anreize bieten sich den Lebenslauf noch weiter durchzulesen:

“I am looking for a job that will allow me to utilise the skills I already have while also acquiring new ones, and growing with the position.”

“My career objective is to find a new job.”

“I want to find a job in a large company where I can make a lot of money and grow.”

Besser sind Angaben, die neben dem eigenen Ziel auch die Bedürfnisse des Unternehmens addressieren:

“To obtain a position in your Financial Forecasting department that utilises the skills, knowledge, achievements, and leadership abilities, which enable me to regularly exceed earnings objectives under unfavourable economic conditions.”

“To secure a position as a valuable member of your audit team that leverages my skills, strategic thinking, and people skills in a direction that provides superior outcomes.”

“To obtain a position as a valued member of your Human Resources group that leverages my achievements, skills, work ethic, and talent for identifying superior job candidates.”

Einige Tipps für ein gelungenes Resume Objective:

1. Gute Lesbarkeit ohne Schachtelsätze
2. Das Objective für jeden Arbeitgeber neu formulieren
3. Ein (und nicht mehrere) präzises und auf die Stelle passendes Karriereziel
4. Das Objective sollte mit den Vorstellungen des Arbeitgebers übereinstimmen
5. Vollständige Sätze müssen nicht sein. Man kann beginnen mit „To make a difference…“ „To work toward…“ „To develop my skills in…“
6. Aktive, positive Schlagwörter benutzen: “like the challenge”, “become a key player”
7. Kurz halten und nicht ausschweifen. Das Objective ist ein Teaser für den Lebenslauf und soll neugierig machen.
8. Keine persönlichen Ziele, die nicht relevant für den Job sind, angeben.
9. Den Lebenslauf von einem Muttersprachler Korrekturlesen lassen.

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