Neues Ranking zur Lebensqualität lässt sich individuell gewichten


Beschäftigt man sich eine Weile mit den Vor- und Nachteilen des Lebens und Arbeitens im Ausland, stößt man unweigerlich auf eine der Lebensqualitätsstudien, die ein Ranking verschiedener Länder und Städte hinsichtlich ihrer Lebensqualität erstellen. Die bekanntesten Studien sind die Mercer Quality of Living Survey, der Economist Intelligence Unit’s Global Liveability Report und der Human Development Index der Vereinten Nationen.

Die Mercer Studie ist ein Städteranking, dass die Lebensqualität von 221 Städten weltweit vergleicht. Zu dem Vergleich werden typische Indikatoren zu Wirtschaft, Politik, Sicherheit, Gesundheitswesen, Bildung und Nahverkehr genutzt, aus denen sich dann ein Index ergibt. Im aktuellen Ranking von 2012 liegt Wien auf dem ersten Platz, gefolgt von Zürich, Auckland, München und Vancouver. Einige deutsche Großstädte liegen im Mercer Ranking traditionell weit vorne. Hierzu gehören neben München auch Düsseldorf (6) und Frankfurt (7). Die oberen Plätze werden von europäischen, kanadischen und neuseeländischen Städten dominiert, im Mittelfeld haben die asiatischen Städte in den letzten Jahren stark aufgeholt und am unteren Ende des Rankings finden sich vor allem afrikanische Städte.

Auckland

Auckland – Bei der Lebensqualität schneidet Neuseeland regelmäßig gut ab

Der Economist Report vergleicht ähnlich wie die Mercer Studie, wertet einzelne Indikatoren aber unterschiedlich und kommt zu anderen Ergebnissen. Angeführt wird das Economist Ranking von Melbourne, mit weiteren Städten in Australien, Österreich, Kanada, Finnland und Neuseeland in den Top 10. Da das Ranking von englischsprachigen Ländern dominiert wird, wurde der Economist in Vergangenheit dafür kritisiert, die Englischsprachkeit von Ländern mit Lebensqualität gleichzusetzen.

Die Vereinten Nationen vergleichen dagegen in ihren Human Development Index einzelne Länder. Im Vordergrund stehen die drei Indikatoren Lebenserwartung, Bildung und Einkommen. Der Report für 2013 ist im Gegensatz zu anderen beiden Studien bereits veröffentlicht und plaziert Norwegen unter den 185 Ländern des Index auf Platz 1. Nach Australien, den USA und den Niederlanden liegt Deutschland in diesem Index auf Platz 5, die Schweiz liegt auf Platz 9 und Österreich auf Platz 18.

Allen Studien ist gemein, dass nicht alle herangezogenen Indikatoren für jeden Menschen gleich relevant sind. Nicht jeder nutzt den öffentlichen Nahverkehr, Studenten ist die Qualität des Bildungssystems wichtiger als das Einkommen und alte Menschen sind abhängiger von guter Gesundheitsversorgung als junge Menschen. Interessant ist daher der kürzlich veröffentlichte Better Life Index der OECD. Nutzer können auf der gut gestalteten Website selbst an den Stellschrauben des Index drehen und verschiedene Indikatoren unterschiedlich gewichten. Das Ergebnis ist dann ein personalisiertes Lebensqualitätsranking, das auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Ein Besuch des Better Life Index empfiehlt sich daher für alle Auswanderungswilligen, die noch nicht so recht wissen wo es denn hin gehen soll, oder von ihrem Arbeitgeber vor die Qual der Wahl gestellt worden sind. Für alle anderen Freizeitstatistiker ist der Index zumindest ein interessantes Spielzeug, das zum Vergleichen einlädt:

http://www.oecdbetterlifeindex.org/

Bildquelle: Dieter Schütz  / pixelio.de

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