Wie man einen Lebenslauf schreibt, der Headhunter beeindruckt


Wer über einen Personalvermittler oder Headhunter eine Stelle im Ausland sucht, hat den Vorteil Zugang zu Stellen zu haben, die sonst nirgendwo ausgeschrieben sind. Um jedoch eine Personalagentur auf sich aufmerksam zu machen, gilt es, einen für Headhunter besonders interessanten Lebenslauf zu verfassen.
Worauf sollte man achten?

Zuallererst sind Personalvermittler an bestimmten Kandidaten interessiert, die aus der Masse herausstechen. High-Potentials, die in ihrer bisherigen Laufbahn auf beeindruckende Erfolge verweisen können und der Traum eines jeden Managers sind. Also Bewerber, die bereit sind, eine Extrameile zu gehen, Erwartungen übererfüllen und besondere Qualifikationen haben. Headhunter wollen ganz einfach die Besten der Besten, weil sie sich schnell an Arbeitgeber vermitteln lassen.

Wenn Personalvermittler also durch einen Berg von Bewerbungen und potentiellen Kandidaten suchen, dann immer mit den Erfahrungen und Qualifikationen im Hinterkopf, die sich ein potentieller Arbeitgeber von einem zukünftigen Mitarbeiter wünscht.

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Da auch unter den Personalagenturen enormer Konkurrenzdruck herrscht und es das oberste Ziel ist einen Bewerber bei einem Arbeitgeber unterzubringen, filtert ein Personalvermittler die eingegangen Bewerbungen nach den Kandidaten, die am Besten zu den Bedingungen und Erwartungen des suchenden Managers passen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Lebenslauf dabei das ausschlaggebende Mittel bei der Auswahl des Bewerbers ist, der in das Rennen um die offene Stelle geschickt wird.

Der entscheidende Aspekt hierbei ist, dass der Inhalt des Lebenslaufs genau die Erfahrung und Qualifikation anbieten muss, nach der der Headhunter Ausschau hält.
Bewerber, die von Personalvermittlern angerufen werden, haben genau diesen Punkt richtig verstanden und mit gezielten Schlagworten das Interesse des Headhunters geweckt.

Die Macht der Schlagworte

Wonach sucht ein Personalvermittler in Lebensläufen? Um sich eine Liste mit Schlagworten zu erstellen, die der eigene Lebenslauf enthalten sollte, um für den Headhunter interessant zu sein, muss man noch nicht einmal allzu tief in die Trickkiste greifen. In den meisten Fällen sind es nämlich genau die Schlagworte, die auch in der Stellenausschreibungen des potentiellen Arbeitgebers benutzt werden.
Die Schlagworte dürfen im Lebenslauf ruhig großzügig genutzt werden, schließlich geht es darum, die Chance zu nutzen und einen sehr guten ersten Eindruck zu machen. Eine zweite Chance wird es schließlich nicht geben.
Ein guter Ansatz ist es die Schlagworte aus der Stellenanzeige aufzulisten, um sich dann dem Lebenslauf zuzuwenden und möglichst viele der Schlagworte darin zu verteilen (selbstverständlich nur, wenn man die Qualifikationen auch wirklich besitzt).

Um dieselben Phrasen aber nicht ständig im Lebenslauf zu wiederholen, kann man einen Thesaurus nutzen, um ähnliche Begriffe zu streuen und den Headhunter mit weiteren Schlagworten zu ködern.

Es muss auf den ersten Blick klar werden, dass man hervorragend zu der ausgeschriebenen Stelle passt. Kein Personaler wird sich die Zeit nehmen erst nach den passenden Erfahrungen im Text zu suchen. Was uns zum nächsten Punkt bringt: die Executive Summary des Lebenslaufs.

Die Zeit der Headhunter ist knapp

Man kann es in jedem beliebigen Bewerbungsratgeber nachlesen: Dem Lebenslauf werden höchstens 5 bis 15 Sekunden Aufmerksamkeit geschenkt, bevor die Entscheidung fällt, ob der Bewerber prinzipiell interessant ist. Die zweite Seite wird hierzu oft nicht einmal angesehen.

Eine Zusammenfassung, die Executive Summary des Lebenslaufs, sollte daher oben auf der ersten Seite stehen. Dies stellt sicher, das die wichtigsten Fakten bereits präsentiert werden, bevor die PDF Datei durchscrollt oder der Brief auseinander gefaltet werden muss. Um welche Fakten geht es dabei?
Zunächst sollte die Executive Summary zeigen, dass die grundlegenden Einstellungsbedingungen erfüllt sind und die eigenen Qualifikationen zur Stelle passen. Statt langweiligem Unternehmensjargon sollte man hier etwas Persönlichkeit hinzufügen und knapp erklären, warum man der passende Kandidat ist. Die derzeitige Position sollte ebenso erwähnt werden, wie das Unternehmen für das man noch tätig ist. Auch die Dauer der derzeitigen Beschäftigung gehört in die Executive Summary, selbst wenn es weiter unter im Lebenslauf wiederholt wird.
Die Executive Summary kann auch in einen „About me“ und „Employment Summary“ Teil geteilt werden, um die Struktur zu vereinfachen.

Wenn die Executive Summary des Lebenslaufs gelingt, wird sich der Personalvermittler mit Interesse dem übrigen Teil der Bewerbung widmen und den detaillierten Angaben weiter unten mehr Aufmerksamkeit schenken.

Ein übersichtlicher Lebenslauf, der auch ein ansprechendes Layout und eine durchdachte Struktur hat, gefüllt mit relevantem und gut organisiertem Inhalt, wird das Risiko deutlich reduzieren, bereits nach wenigen Sekunden ausgesiebt zu werden. Eine Zusammenfassung zu Beginn des Dokuments macht es einem Headhunter einfach, den Bewerber als den richtigen Kandidaten zu identifizieren.

Spelling and Grammar

Dafür, dass es eigentlich jeder wissen müsste, wird es beachtlich häufig falsch gemacht: Die Rechtschreibung und Grammatik. Besonders auf deutsche Bewerber, die keine englischsprachigen Muttersprachler sind, warten hier einige Fallstricke. Auf ein bisschen Nachsichtigkeit dürfen ausländische Bewerber übrigens nicht hoffen: Die Ausdrucksweise, Rechtschreibung und Grammatik muss der eines Muttersprachlers entsprechen.

Für unsichere Kandidaten führt praktisch kein Weg an der Korrektur durch einen Muttersprachler vorbei. Die Rechtschreibprüfung in Microsoft Word ist nicht ausreichend, weil neben einigen grammatikalischen Fehlern auch der Ausdruck nicht korrigiert wird.

Es kommt auf die Ausdrucksweise an

Wer einen Lebenslauf schreibt, sollte bedenken, dass jedem Wort Bedeutung zukommt: Entweder das Wort spannt einen Bogen mit Interesse zum nächsten Wort oder es lässt das Interesse des Lesers abreißen. Auf Füllwörter sollte im Lebenslauf daher verzichtet werden. Dass in der Kürze die Würze liegt, gilt entsprechend in hohem Maße für Lebensläufe.

Der Schreibstil verrät Arbeitgebern bereits einiges über die Arbeitsweise des Bewerbers und ob der Kandidat dazu fähig ist, Kollegen und Kunden zu begeistern und Interesse zu wecken.

Den passenden Schreibstil kann man sich gut auf der Website des potentiellen Arbeitgebers abschauen. Wer Ausdruck, Stil und Form der Unternehmenswebsite nachahmt, weckt beim Leser unterbewusst bereits ein Gefühl der Zugehörigkeit – eine für Headhunter und Arbeitgeber sehr attraktive Eigenschaft. Übertreiben darf man es natürlich nicht: Wer das Layout des Unternehmens bis in Details imitiert, macht sich lächerlich.

Nur Ergebnisse zählen

Angloamerikanische Personalagenturen verlieren das Interesse an einem Bewerber, wenn Ergebnisse und Leistungen nicht genau benannt werden. Nur konkrete Ergebnisse und Fakten zu erbrachten Leistungen überzeugen einen Headhunter davon, den richtigen Kandidaten gefunden zu haben. Wer überzeugende Ergebnisse im Lebenslauf beziffern kann, erhöht seine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch deutlich.
Ohne konkrete Fakten zu Leistungen, sagt der Lebenslauf nichts darüber aus, ob mit den erwähnten Qualifikationen auch entsprechende Ziele erreicht wurden.

Während es in deutschen Lebensläufen oft ausreicht, die Qualifikation oder Erfahrung zu erwähnen, sollte sie im englischen Lebenslauf mit Ergebnissen und erreichten Ziele untermauert werden.
Jedes erreichte Ziel sollte im Lebenslauf quantifiziert werden. Das unterstreicht die Glaubwürdigkeit und vermittelt eine Vorstellung von der Aufgabe und Erfahrung. Kurz: Der Lebenslauf wird für Personalvermittler viel interessanter.

Der Lebenslauf wird mit jeder Bewerbung in einen Wettbewerb um Aufmerksamkeit geschickt, immer in der Hoffnung eine Verbindung zum Leser erstellen zu können. Die Headhunter suchen ebenso nach einer Verbindung. Wer die Suche des Headhunters versteht und nachvollziehen kann, kann sich als perfekter Kandidat für eine offene Stelle präsentieren.

Bildquelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

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