Einige Tipps zum Gehalt in Australien

Achte bei Gehaltsangaben und bei Deinen Gehaltsverhandlungen auf das gesamte Gehaltspaket, nicht nur das Grundgehalt (Base Salary). Durch unterschiedliche Extras kann das Nettogehalt stark schwanken, weshalb unter Umständen auch Grundgehälter unter Deinen ursprünglichen Vorstellungen interessant sein können.

Rechne Dein deutsches Gehalt 1:1 in australische Dollar um. Der australische Dollar unterlag in den letzten Jahren erheblichen Schwankungen im Wert im Vergleich zum Euro. Besser ist es daher, sich an den Lebenshaltungskosten in Australien zu orientieren und das derzeitige, eigene Euro-Gehalt unbeachtet zu lassen.

Die wichtigsten Bestandteile Deines Gehalts können sein:

Superannuation (Super)

Australische Arbeitgeber müssen mindestens 9% der Gehaltszahlungen direkt in einen Superannuation Fond einzahlen. Der „Super“ ist Teil der gesetzlichen, australischen Altersvorsorge und bedeutet für den Arbeitnehmer, dass er praktisch zum Sparen gezwungen wird. Das Geld im Super kann zwar eingesehen und auch investiert werden, ausgezahlt wird es aber erst kurz vor Erreichen des Rentenalters, bzw. zur Rente. Bei Gehaltsangaben in Stellenanzeigen solltest Du demnach immer darauf achten, ob der angegebene Betrag einschließlich des Supers ist, oder ob 9% Super noch hinzugerechnet werden.

Living Away From Home Allowance (LAFHA)

Die Living Away From Home Allowance ist ein vom Arbeitgeber gewährter Steuervorteil, der aus einer Miet- und Lebensmittelkomponente besteht. Die Regelung für ausländische Arbeitnehmer läuft vermutlich bald aus, wurde aber in der Vergangeheit bereits schon einmal verlängert. Abhängig von der Anzahl Deiner Familienmitglieder und Deinen Mietkosten bekommst Du jeden Monat einen LAFHA Betrag ausgezahlt, der durchaus mehrere Hundert Dollar betragen kann. Dein Arbeitgeber kann Dir die LAFHA anbieten, wenn Du Deinen permanenten Wohnsitz nicht in Australien hast. Solltest Du also mit einem 457 Business Sponsorship Visum für vier Jahre nach Australien kommen, kannst Du LAFHA beziehen. Sobald Du aber die australische Staatsbürgerschaft oder Permanent Residency beantragst, betrachtet der australische Staat Deinen Wohnsitz als australisch und Dein LAFHA Vorteil verfällt. Gleiches gilt, solltest Du mit einem langfristigem oder permanenten Visum nach Australien einreisen.

Nicht alle Arbeitgeber machen die LAFHA zu einem Bestandteil des Lohnpakets. Du kannst die LAFHA aber bei Gehaltsverhandlungen geschickt einsetzen, um sich einen Vorteil zu verschaffen und finanziell besser dazustehen. Ebenso kannst Du darauf verweisen, dass die LAFHA Regelung für 457 Visa Holder bald ausläuft und Du die Kosten kompensieren musst.


Umzugskosten

Die Umzugskosten können gerade bei Familien schnell weit über zehntausend Euro oder fünfzehntausend australischen Dollern liegen. Verständlicherweise werden die Kosten daher nicht gerne übernommen, bei Positionen ab dem unteren Management in Unternehmen können Sie aber auf einer Übernahme der Kosten bestehen. Jedoch solltest Du auch bei Stellen im normalen Angestelltenbereich des Unternehmens die Umzugskosten ansprechen und zu einem Teil Ihrer Gehaltsverhandlungen machen. Gerade wenn der Arbeitgeber nicht bereit ist, die Living Away From Home Allowance zum Vergütungsbestandteil zu machen, hast Du gute Argumente für die Übernahme der Umzugskosten. Du kannst auch eine Übernahme von Teilkosten aushandeln, also beispielsweise nur die Übernahme der Flug- oder Verschiffungskosten.

Krankenversicherung

Falls Du wie viele Arbeitnehmer aus Übersee mit einem Visum der Business Kategorie 457 einreist, benötigst Du eine private Krankenversicherung in Australien, da Du als deutscher Staatsbürger nicht in das australische Krankenversicherungssystem Medicare aufgenommen werden kannst. Mit einigen Staaten bestehen Krankenversicherungsabkommen, die eine Weiterversicherung im Medicare System ermöglichen, Deutschland gehört jedoch nicht dazu. Private Krankenversicherungen in Australien kosten oft mehrere Hundert Dollar im Monat, gerade für Familien kann es teuer werden. Im Arbeitsvertrag sollte daher nach Möglichkeit geregelt sein, dass der Arbeitgeber im Rahmen der 457 Visum Sponsorship auch die Kosten der privaten Krankenversicherung übernimmt. Falls Du mit einem 457 Visum einreist sollte dies der Fall sein.


Visum

Die Kosten für das Visum werden in aller Regel vom Arbeitgeber übernommen. Besteht der Arbeitgeber darauf, dass Du die Kosten tragen sollst, ist das ungewöhnlich und sollte Dir unter Umständen zu Denken geben. Ließ Dir den Arbeitsvertrag genau durch und erkundige Dich nochmals über die Reputation des Unternehmens, um sicher zu stellen, dass Du wirklich Deine Traumstelle gefunden hast.

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