Schadet Working Holiday der Karriere?


Wenn man von einem Working Holiday in Australien oder von einer langen Auszeit in Südostasien träumt, tut man dies sicherlich nicht, weil man damit die eigene Karriere fördern will, sondern um sich seine ganz persönlichen Wünsche zu erfüllen. Die persönliche Entwicklung steht im Vordergrund und schließlich möchte man einmal, ohne das Gefühl etwas verpasst zu haben, auf sein Leben zurückblicken können. Dennoch stellt man sich während des Aufenthalts im Traumland vielleicht besorgt die Frage, ob die Reise irgendwann einmal dem beruflichen Aufstieg schaden könnte.

‚Natürlich nicht!‘ werden jetzt viele Backpacker einwerfen. Ein Auslandsaufenthalt zeugt von Organisationstalent, Selbstständigkeit und Belastbarkeit. Zudem werden Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen verbessert; also alles Eigenschaften, die zukünftige Arbeitgeber sehr positiv bewerten.

Backpacking in AustralienFür Schulabgänger und Abiturienten kann eine Auszeit auch sehr hilfreich sein, um sich für eine Ausbildung oder ein Studienfach zu entscheiden. Die Reise hilft dabei, Abstand zum Alltag zu gewinnen und sich der eigenen Wünsche für die berufliche Zukunft bewusst zu werden.

Etwas kritischer sollte man jedoch als frisch gebackener Akademiker oder junger Mensch, der bereits fest im Berufsleben steht, seine Work and Travel Pläne beäugen. Neben den oben genannten positiven Eigenschaften suchen Arbeitgeber nämlich auch nach Zuverlässigkeit und Gradlinigkeit und werden sich fragen, ob der weltreisende Absolvent nicht nach einem Jahr in der Firma wieder weg ist. Konservative Unternehmen haben zudem die Erwartung an ihre Mitarbeiter, sich nach Abschluß des Studiums ins Berufsleben zu stürzen. Eine Extrarunde in Indien wird dann nur von den Wenigsten gutgeheißen.

Selbstständigen, Kreativen und Menschen, die dem ‚9 to 5‘ Job ohnehin entfliehen wollen und nach alternativen Lebenswegen suchen, können diese Probleme selbstverständlich herzlich egal sein. Berufstätige, die den klassischen Karriereweg wählen und in ihrer Beschäftigung von anderen abhängig sind, sollten jedoch auch über Alternativen zum Work and Travel nachdenken. Eine Mitarbeiterentsendung, Auslandsprojekte, ein zusätzliches Auslandsstudium oder eine langfriste Stelle im Ausland sind unter Umständen bessere Alternativen zum Working Holiday.

Für Abiturienten, Schulabgänger und Studienanfänger ist und bleibt das Working Holiday jedoch eine großartige Möglichkeit selbstbestimmt ins Ausland zu gehen, die der späteren Karriere durchaus dienlich ist. Eine straffer strukturierte Alternative mit etwas höherem Karrierefaktor sind zum Beispiel ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland, Au pair oder ein Auslandspraktikum.

Letztendlich ist aber die individuelle Situation ausschlaggebend und die Entscheidung sollte auch mit einer ordentlichen Portion Bauchgefühl getroffen werden. Träume sind schließlich dazu da, umgesetzt zu werden.

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