Acht Gründe warum eine Auswanderung scheitert


Wer ins Ausland zieht, kommt oft nach einiger Zeit zurück. In den meisten Fällen handelt es sich dabei nach einigen Jahren im Ausland um eine geplante Rückkehr nach Deutschland. In manchen Fällen ist das Vorhaben „Auswanderung“ aber auch gescheitert und die Rückkehr erfolgt nicht ganz freiwillig. Acht Gründe warum das neue Leben unter Palmen scheitert:

1. Zu wenig Geld:
Im Ausland zu arbeiten kann sich durchaus lohnen. Bessere Karrieremöglichkeiten, höhere Gehälter oder niedrigere Lebenshaltungskosten können dazu beitragen, dass mehr Geld in der Kasse ist. Das nötige Startkapital sollte jedoch nicht unterschätzt werden, denn eine Auswanderung ist eine erhebliche Investition. Besonders wenn auf eigene Faust umgezogen wird und der Umzug nicht vom Arbeitgeber bezahlt wird. Zu den Flügen und der Verschiffung des Hab und Guts, kommen hohe Beträge für Versicherungen, ein neues Auto, Schulgebühren, Kaution oder ein neuer Kredit für’s Eigenheim. Wer erst vor Ort nach Arbeit sucht, muss zudem noch damit rechnen, sich die ersten Wochen und Monate ohne Einkommen über Wasser halten zu müssen und das Ersparte aufzuzehren. Zu guter Letzt empfiehlt es sich auch noch eine Notreserve für einen Plan B oder die Rückkehr nach Deutschland zu haben.

2. Keine ausreichende Qualifikation:
Arbeiten und Leben im Ausland ist bei Hochschulabsolventen besonders beliebt. Die Hälfte der deutschen Auswanderer hat einen Hochschulabschluss, während das nur auf 29% der Gesamtbevölkerung zutrifft. Der ist in der Regel aber auch nötig, wenn man versucht in Ländern mit strikten Auswahlkriterien Fuß zu fassen. In den meisten Ländern ist es ungleich schwieriger als ungelernte Kraft ein Arbeitsvisum oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, als mit einem Universitätsabschluß in der Tasche. Wenig überraschend, haben beliebte Auswanderungsländer wie Australien die härtesten Auswahlkriterien.

Umzug ins Ausland3. Falsche Vorstellungen:
Kennt man das Wunschland nur aus dem Urlaub, läuft man Gefahr das Auswanderungsziel zu idealisieren und Negatives auszublenden. Deutschland ist bei den Themen soziale Sicherung, Umweltschutz, Schulsystem und Krankenversicherung vermutlich nicht führend, steht aber im globalen Vergleich keineswegs schlecht da. Kurzfristig können diese Themen im Traumland ausgeblendet werden, langfristig werden sich die meisten jedoch damit auseinandersetzen müssen. Man ließt in diesem Zusammenhang auch häufig von einer Honeymoon-Phase: Im ersten Jahr nach der Auswanderung wird der neue Wohnort idealisiert und über den Klee gelobt, bis dann nach zwei bis drei Jahren Ernüchterung einkehrt und man beginnt sich mit den negativen Seiten des neuen Wohnortes auseinanderzusetzen. Bei manchen Auswanderern fällt zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung, wieder zurück nach Deutschland zu gehen.

4. Lebenspartner:
Zieht man zu zweit oder mit der ganzen Familie ins Ausland, sollte von Beginn an klar sein, dass der Partner die Auswanderung unterstützt. Wichtig ist, dass beide Partner vor Ort arbeiten können, sonst beginnt einer sich ein neues soziales Umfeld aufzubauen, während der andere zu Hause versauert. Misst man dem sozialen Umfeld und einer sinnvollen Tätigkeit keine Bedeutung bei, ist das Risiko groß, dass einer der Partner die Lust verliert und nur dem Partner zuliebe im Ausland bleibt. Auswandererforen im Internet liefern genügend Beispiele für gescheiterte Auswanderungen, die in Depressionen und Alkoholismus endeten.

5. Naive Geschäftsideen:
Ohne unternehmerische Erfahrung und ausreichende Marktkenntnisse im Ausland zu versuchen, einen Betrieb zu gründen, ist schon fast zum Scheitern verurteilt. Die Klassiker heißen deutsche Bäckerei, deutsche Metzgerei oder kleine Modeboutique an der Strandpromenade. Zwar gibt es schöne Beispiele erfolgreicher Bäcker, Metzger und Handwerker, die sich im Ausland selbstständig gemacht haben, jedoch kommen auf jeden erfolgreichen Bäcker zahlreiche gescheiterte Existenzen. Am sichersten ist immer noch die Auswanderung mit unterschriebenem Arbeitsvertrag im Koffer.

6. Schlechte Sprachkenntnisse:
Hier überschätzen sich viele. Das eigene Schulenglisch wird als ausreichend eingeschätzt, weil es auch im Urlaub reicht und überhaupt wird angenommen, dass gute Englischkenntnisse allein überall ausreichend sind. Die lokale Landessprache könne ja noch später gelernt werden, es spreche ja ohnehin jeder Englisch. Wer jedoch die Landessprache nicht fließend beherrscht, hat schlechtere Aussichten bei der Jobsuche und riskiert langfristig das Scheitern der Auswanderungspläne. Dazu kommen weniger soziale Kontakte und weniger sozialer Austausch: Beides wichtige Faktoren, um sich in der neuen Heimat wohl zu fühlen.

7. Heimweh:
Das Traumland wurde über- und das Heimweh unterschätzt? In den ersten ein bis zwei Jahren im Ausland rettet das Honeymoon-Gefühl der neuen Eindrücke noch über die Sehnsucht nach zu Hause hinweg, wer es aber dauerhaft nicht schafft, sich in der neuen Heimat auch zu Hause zu fühlen, ist eher bereit das Experiment Auswanderung abzubrechen und nach Deutschland zurückzukehren.

8. Krankheit
Auch in einer wohlgeplanten Auswanderung ist eine plötzliche Krankheit ein großes Risiko. Eine schwere und langfristige Krankheit kann dazu führen, dass Gesundheitsauflagen für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung nicht erfüllt werden können, oder dass die berufliche Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann und dadurch das Visum verloren geht. Auch Krankheit und Pflegebedürftigkeit der eigenen Eltern können zur Rückkehr nach Deutschland zwingen, wenn die Eltern nicht ins Ausland nachgeholt werden können oder keine Geschwister sich um die Eltern kümmern können.

Bildquelle: “moving in”, © Bill Ohl, unter Creative Commons Lizenz

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