Fahren in Australien: Vorsicht Roadtrains


Roadtrains gehören zum australischen Outback wie Kängurus und rote Erde. Besonders in Western Australia und im Northern Territory werden abgelegene Orte ausschließlich mit Roadtrains versorgt, weshalb die riesigen Trucks jedem Autofahrer im Outback regelmäßig begegnen. Roadtrains ziehen auf öffentlichen Straßen bis zu vier Anhänger und sind maximal 54 Meter lang. Voll beladen wiegen die Giganten bis zu 200 Tonnen.
Nimmt ein Roadtrain Fahrt auf und ist mit 100km/h Stunde unterwegs, beträgt der Bremsweg mehrere hundert Meter.
Wer also eine Fahrt durch das australische Outback plant, tut gut daran, sich vorher mit Besonderheiten der langen Trucks auseinanderzusetzen.

Nicht im toten Winkel fahren
Roadtrains begegnet man nicht nur auf den Landstraßen, sondern natürlich auch in den kleineren Ortschaften, die auf dem Weg im Outback liegen. Bevor die Trucks jedoch in größere Städte fahren, müssen sie in kleinere Einheiten zerteilt werden. In den Ortschaften sollte man entsprechend vorsichtig sein, wenn man hinter oder neben einem Roadtrain fährt. Der Fahrer wird beim Abbiegen zunächst in die entgegengesetzte Richtung ziehen, um genug Platz zu schaffen, weshalb ein abbiegender Roadtrain nie überholt werden sollte. Auch in Kurven, beim Spurwechsel oder im Kreisverkehr sollte man darauf achten, nicht in den toten Winkel der Roadtrains zu fahren. Als Faustregel gilt: Wenn ich die Außenspiegel des Sattelschleppers nicht sehen kann, kann mich der Fahrer auch nicht sehen.

Roadtrain 1Roadtrains überholen
Roadtrains sind in der Regel mit rund 100km/h unterwegs. Schon bei leichter Steigung jedoch, werden sie deutlich langsamer. Entsprechend häufig werden Roadtrains auf einer Reise im Outback überholt werden müssen. Bevor man zum Überholvorgang ansetzt, sollte man sich bewußt machen, dass der Roadtrain so lang ist wie zehn PKWs. Überholt man einen 100km/h schnellen Roadtrain mit rund 120km/h benötigt man für den Überholvorgang bis zu 20 Sekunden, die man auf der Gegenfahrbahn verbringt. Die Sicht sollte also entsprechend gut sein. Ist das eigene Fahrzeug mit UHF Funk ausgestattet (was es im Outback eigentlich der Fall sein sollte), kann man den Fahrer des Roadtrains auch anfunken und fragen, ob es sicher ist, jetzt zu überholen. Die Roadtrain Fahrer funken hierzu auf Kanal 40. Verfügt das eigene Auto nicht über Funk, helfen die Roadtrain Fahrer häufig und deuten mit dem Blinker (rechts) an, dass die Strecke frei ist.
Um zum Überholen anzusetzen, schaltet man am besten zuerst in einen niedrigeren Gang, um ausreichend beschleunigen zu können. Es gilt den Spurwechsel dann gleichmäßig durchzuführen, denn nun tritt man aus dem Windschatten in den erheblichen Fahrtwind des Roadtrains. Hat man den kompletten Roadtrain passiert, sollte man erst wieder auf die linke Fahrspur wechseln, wenn man beide Scheinwerfer des Trucks im Rückspiegel sieht. Sobald man dann den Überholvorgang abgeschlossen hat, ist es nett sich über UHF oder per Handzeichen beim Fahrer zu bedanken.

Vom Roadtrain überholt werden
Ist man mit dem Wohnwagen oder Anhänger unterwegs, fährt man womöglich langsamer als ein Roadtrain und wird von diesem überholt werden. Um es für den Roadtrain Fahrer einfacher und sicherer zu machen, kann man während der Roadtrain überholt seine Geschwindigkeit etwas verringern. Dies sollte man aber erst tun, wenn der Roadtrain mitsamt seinen Anhängern auf der Gegenfahrbahn ist, denn der Roadtrain hat, einmal zum Überholen angesetzt, keine Möglichkeit jetzt noch zu bremsen! Hat das Monster schließlich vollständig überholt, gibt man am besten ein Zeichen mit dem Fernlicht, damit der Fahrer weiß, dass nun genügend Platz ist, um wieder zurück auf die linke Spur zu wechseln

Roadtrain 3Roadtrains auf einspurigen Straßen
Nebenstraßen im australischen Outback sind in der Regel einspurig und nicht asphaltiert. Kommt einem auf einer Nebenstraße ein Roadtrain entgegen, sollte man die eigene Geschwindigkeit verringern und halb in den linken Straßengraben fahren, im besten Fall aber anhalten, um den Steinschlag in durch den Truck in die eigene Windschutzscheibe zu verringern. Durch den aufgewirbelten Staub ist die Sicht für mehrere hundert Meter hinter dem Roadtrain ohnehin stark eingeschränkt. Es empfiehlt sich auch die Lüftung auf Innenluft zu stellen.
Fährt man hinter einem Roadtrain auf unasphaltierter Straße, macht man am besten eine Pause. Durch den Staub sieht man nur noch sehr eingeschränkt und der eigene Wagen wird häufig durch Steinschlag beschädigt. Ist eine Pause nicht möglich, gilt es Abstand zu halten und das Licht einzuschalten, damit der Roadtrain Fahrer zumindest weiß, dass man da ist.

Bildquelle: “Road Train”, © Kevin Trotman, „Road Train“, © Alex und “Road Train”, © Michael Jefferies, unter Creative Commons Lizenz

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