Working Holiday in Australien: Welches Auto für’s Reisen?



Für einen Work and Travel Aufenthalt in Australien lohnt sich meist der Kauf eines Autos. Doch welches Fahrzeug ist das richtige? Ein Allradwagen oder lieber ein Van? Hier die Vor- und Nachteile:

Großer Allradwagen/4WD:

Vorteile: Mit einem gut ausgestatteten 4WD kommt man wirklich überall hin. Sehr sandige Tracks, Strände oder Sanddünen sind befahrbar und die Fahrzeuge haben ausreichend Bodenfreiheit. Es ist viel Platz im Fahrzeug und der hintere Bereich lässt sich durch Entfernen der Rückbank zum Bett umbauen. Die Wagen haben auch ausreichend Platz für eine Campingausrüstung. In den meisten Fällen sind die Geländewagen in Australien sind mit Frontschutzbügel („Roo Bar“) und extra Scheinwerfern ausgestattet, was Fahrten bei Nacht und in der Dämmerung sicherer macht. Weiterhin ist oft ein UHF Funkgerät eingebaut und die Autos verfügen über Recovery Points an denen Bergungsgurte befestigt werden können, falls sich der Wagen im Sand festgefahren hat.

Backpacker 4WDNachteile: Sowohl die höheren Kosten für Anschaffung, Reparatur, Service und Versicherung, als auch der hohe Kraftstoffverbrauch machen echte 4WD Fahrzeuge zur teuersten Alternative für den Working Holiday Aufenthalt in Australien. Auf den wenigsten Strecken wird ein vollausgestatteter 4WD gebraucht. Die meisten Tracks lassen sich mit kleineren SUVs und Allradwagen fahren und für alle anderen Strecken ist ohnehin weitere Ausrüstung nötig, die in der Regel zusätzlich gekauft werden muss. Ein Luftkompressor, um auf weichem Sand mit herabgelassenem Reifendruck fahren zu können und elastische Bergungsgurte („snatch straps“), um festgefahrene Fahrzeuge bergen zu können.
Gerade Reifen und Verschleißteile sind teuer, weshalb beim Kauf darauf geachtet werden sollte, dass Teile nicht zu verschlissen sind, sonst drohen hohe weitere Kosten beim nächsten Service.

Typische Fahrzeuge für Backpacker: Toyota Landcruiser, Nissan Patrol, Mitsubishi Pajero

SUV/AWD:
Vorteile: SUVs und kleine allradbetriebene Fahrzeuge (AWD) schaffen mehr unbefestigte Strecken, als man ihnen zutraut. Selbst sandige Tracks sind in der Regel kein Problem, solange die Bodenfreiheit nicht zu knapp wird. Wenn der Sand am Strand oder auf Dünen nicht allzu weich ist, lässt sich mit den meisten SUVs sogar dort fahren. Weiterhin bestehen die Vorteile eines großen Innenraums mit der Möglichkeit ein Bett einzubauen oder einfach durch Umklappen der Rückbank eine Liegefläche zu schaffen.
Auf Dirt Roads bieten die Fahrzeuge meist noch akzeptablen Komfort und durch die Allradfunktion bessere Sicherheit. Die Autos sind meist leichter als große 4WDs, verbrauchen also weniger Sprit und fahren sich nicht so schnell fest. Viele All-Wheel-Drives lassen sich mit zusätzlichen Scheinwerfern, Frontschutzbügel und Funkgerät ausstatten und machen sie so noch etwas outback-freundlicher.

Nachteile: Nachdem man die SUVs eine Weile auf unbefestigten Wegen gefahren hat, überschätzt man sie vielleicht doch. Im Falle einer Bergung ist jedoch Muskelkraft gefragt, da sich die Abschleppösen nicht zum snatchen eignen und sich im schlechtesten Fall die Karosserie verzieht oder beschädigt wird. Preislich liegen die AWDs in der Mittelklasse, verbrauchen aber mehr Sprit als kleinere PKWs.

Typische Fahrzeuge für Backpacker: Ford Escape, Honda CR-V, Hyundai Santa Fe

Broome Australia Camper VanBus/Van:
Vorteile: Relativ günstig in der Anschaffung und viel Platz. Umgebaute Camperbusse sind meist die erste Wahl für Backpacker. Ausgediente, kommerzielle Lieferfahrzeuge lassen sich oft günstig kaufen und dann mit Materialen aus dem Baumarkt zum einfachen Campervan umbauen. Kleine Wertsteigerung inklusive. Der Weiterverkauf nach beendeter Reise an andere Backpacker ist problemlos, weil sie einfach beliebt und praktisch sind.

Nachteile: Dirt Roads und kurze Strecken über einfache Tracks machen die Vans noch mit, dann ist Schluss. Es fehlen sowohl Allradantrieb als auch Bodenfreiheit. Wer ernsthaft in die entlegenen Teile, fernab der Hauptstraßen Australiens, erkunden will, kommt mit einem Campervan nicht weiter. Die Kosten für Service, Reparatur und Kraftstoff sind etwas höher als bei kleineren PKWs und liegen ungefähr gleich auf mit SUVs.

Typische Fahrzeuge: Toyota Hiace, Mitsubishi Express, Mazda E2200

Allrad-Bus:
Vorteile: Ein allradbetriebener Minivan vereint die Vorteile eines SUVs und Campervans und ist das Fahrzeug der Wahl für Backpacker, die den Platz eines Vans brauchen und dennoch auf abgelegenen Tracks unterwegs sein wollen. Günstiger als ein vollausgestatteter 4WD, aber fast genauso praktisch. Mehr zum Backpacking im Allrad-Minivan hier.

Nachteile: Weil die Allradbusse so beliebt sind, sind sie teuer. Die Auswahl an Modellen ist zudem gering. In Frage kommt fast nur ein Mitsubishi Delica. Entsprechend oft wechseln die Autos den Besitzer und haben hohe Kilometerlaufzahlen. Erfahrungsgemäß fangen die Delicas jedoch nach 250tausend Kilometern an zu schwächeln und sorgen für hohe Instandhaltungs- und Reparaturkosten. Wer jedoch einen günstigen Delica mit weniger als 200.000km auf dem Tacho findet sollte zuschlagen.

Typische Fahrzeuge für Backpacker: Mitsubishi Delica Space Gear, Mitsubishi Delica Star Wagon

Backpacker WagonKombi:
Vorteile: Ein Kombi ist meist günstiger in der Anschaffung und beim Verbrauch, als die meisten Vans und Allradwagen. Der Ladebereich kann oft einfach zu einem Doppelbett umgebaut werden, auch ohne die Rückbank zu entfernen. Auf Touren zwischen den großen Städten ist er ideal, sodass sich ein Kombi vor allem für Backpacker empfiehlt, die in erster Linie in den Städten unterwegs sein werden und nur gelegentlich eine Übernachtungsmöglichkeit im Auto benötigen. Kombis mit Liegefläche sind nachwievor bei Backpackern mit kleinem Budget beliebt und lassen sich daher nach der Reise gut weiterverkaufen.

Nachteile: Wenn der hintere Ladebereich zum Schlafpatz umgebaut ist, bleibt nur noch wenig Platz. Für zwei Reisende ist ein Kombi schon fast zu eng und das Gepäck muss ständig auf die vorderen Sitze und zurück geräumt werden. Abseits ausgebauter Straßen ist man vor allem wegen der fehlenden Bodenfreiheit und des Zweiradantriebs nur wenig flexibel.

Typische Fahrzeuge für Backpacker: Ford Falcon, Holden Commodore

Üblicher PKW/Sedan:
Vorteile: Gewöhnliche PKW als Limousinen, Sedan oder Stufenheck gibt es in allen Preisklassen mit großer Auswahl. Wer einen günstigen Kleinwagen benötigt, um innerhalb der Städte zu fahren, und nicht plant im Auto zu schlafen, sollte zu einem üblichen PKW ohne größeren Stauraum und Allradantrieb greifen.

Nachteile: Für die meisten Backpacker sind Limousinen, Stufenhecks, Kleinwagen und ähnliche Fahrzeuge die schlechteste Wahl: Nur eingeschränkte Möglichkeiten im Wagen zu schlafen, vergleichsweise wenig Platz und unflexibel auf unasphaltierten Straßen. Kombis sind in der gleichen Preisklasse in der Regel die bessere Wahl.

Typische Fahrzeuge für Backpacker: Toyota Camry, Mazda 3

Bildquelle: “Backpacking Australia”, © Alex Proimos, „Broome Australia“, © Duncan Rawlinson and „all’s ready“, © miportovia, unter Creative Commons Lizenz

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