Zwei Pässe: So behält man die deutsche Staatsbürgerschaft



Lässt man sich nach einiger Zeit im Ausland in der neuen Heimat einbürgern und nimmt eine neue Staatsbürgerschaft an, verliert man automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Das lässt sich nur verhindern, wenn man zuvor einen Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft vom Bundesverwaltungsamt in Köln genehmigt bekommt.
Ausgenommen sind Deutsche, die sich in einem anderen EU Staat oder der Schweiz einbürgern lassen. Hier geht die deutsche Staatsangehörigkeit nicht verloren.

Der Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft wird aber von Deutschen, die im Ausland leben, nicht direkt beim Bundesverwaltungsamt, sondern bei der zuständigen Botschaft oder dem zuständigen Konsulat gestellt. Die Internetseiten der deutschen Auslandsvertretungen geben Hinweise zu der zuständigen Stelle.

BeibehaltungsgenehmigungBedingungslos wird die Beibehaltungsgenehmigung jedoch nicht ausgestellt. Als Antragsteller muss man erstens nachweisen, dass man noch bestehende Bindungen an Deutschland hat, und dass zweitens Nachteile im Ausland entstehen, wenn man die Staatsangehörigkeit des Aufenthaltslandes nicht erwirbt.

Die bestehenden Bindungen an Deutschland können beispielsweise durch regelmäßigen Kontakt zu Verwandten in Deutschland, Immobilienbesitz, Bankkonten, bestehende Versicherungen, Rentenansprüche, Besuche in Deutschland, Mitgliedschaft in deutschen Vereinen oder den Besuch deutscher Schulen nachgewiesen werden.

Die Nachteile, die dem Antragsteller entstehen, wenn er nicht im Aufenthaltsland eingebürgert wird, müssen tatsächliche, bereits bestehende Nachteile sein und nicht pauschal auf den Großteil aller Deutschen zutreffen. Nachteile wie fehlendes Wahlrecht und allgemeine Visabedingungen reichen in der Regel nicht aus.

Beispiele erfolgreicher Anträge auf Beibehaltungsgenehmigung findet man in der Yahoo Group Zweipässe. Hier tauschen sich seit 2002 Deutsche im Ausland unter anderem über den Beibehaltungsantrag, bestehende Bindungen an Deutschland und individuelle Nachteile aus. Da viele der über 5000 Gruppenmitglieder ihre erfolgreichen Anträge zur Verfügung stellen, ist die Gruppe eine wertvolle Quelle für den eigenen Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft.

Das Antragsformular selbst und Merkblätter mit Hinweisen zum Antrag auf Erteilung einer Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit gibt es auf der Website des Bundesverwaltungsamts oder bei den deutschen Auslandsvertretungen.

Der Antrag muss von im Ausland lebenden Deutschen in zweifacher Kopie bei der zuständigen Botschaft oder im zuständigen Konsulat eingereicht werden: Einmal als Original-Antrag mit den beizufügenden Unterlagen und als zweites Set in einfacher Kopie. Der Antrag wird dann von der deutschen Vertretung geprüft und an das Bundesverwaltungsamt weitergeleitet. Die Kopie des Antrags verbleibt in der deutschen Botschaft.

Die Bearbeitungszeit für den Antrag variiert und beträgt in der Regel zwischen drei und zehn Monaten.

Bildquelle: “Citizenship Ceremony”, © Chris Huybregts, unter Creative Commons Lizenz

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